Nicht besonders oft, aber hin und wieder habe ich auch geschrieben.

Lange Zeit lagen die Texte ungesehen auf der Festplatte herum, teilweise Jahrzehnte lang.

Der folgenden Auswahl gebe ich hier nun einen Platz.

Die Rechte aller Texte liegen bei mir. Falls jemand etwas davon verwenden möchte, bitte ich darum, mich vorab zu kontaktieren. Danke!

Manchmal

brauchen die Worte

Jahre

bis aufs Papier.

 

Im Verborgenen sind sie sicherer.

Geschützt –

vor dem Licht,

dem Gelesenwerden,

dem Gesprochenwerden,

dem Gehörtwerden.

 

Doch jetzt

ist eine Zeit von Kommen und Gehen,

und die Dinge brauchen eine Gestalt

vielleicht im Wort,

in der verworrenen Welt,

in Irrsal und Wirrsal.

 

Abschied und Neubeginn

Trauer und Freude

Hoffnung und Verzweiflung

So dicht nebeneinander

und doch kaum greifbar.

 

Luftleerer Raum.

Fassungslos

greifen wir ins Leere – –

suchen jetzt die alten Worte

aus dem Verborgenen –

 

Halten das Papier bereit

Den luftleeren Raum

Die gebrochenen Herzen

Den verworrenen Geist

Die müden Seelen

 

Für die Gestalt der alten Worte

aus denen Vertrauen spricht.

Voller Hoffnung

dass sie noch ihren Weg zu uns finden

durch die verworrene Welt.

(2021)

Wieder lasse ich ihn zu –

denselben Fehler wie immer,

den sonst keiner macht.

                              Du…

 

Nicht jeder wird aus Fehlern klug.

Nüchterne Einsamkeit folgt.

Kennen wir uns nicht bereits

                              genug?

 

Alle klugen Gedanken sind schon besetzt

von den Anderen.

Mir bleiben nur die dummen.

               Aber die wärmen das Herz.

 

Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr gleiten mit ihnen fort.

Unbemerkt – und lassen nichts zurück als Leere.

Ich weiß –

               ich war schon früher dort.

 

Und trotzdem lasse ich ihn zu –

denselben Fehler wie immer,

den sonst keiner macht.

                              Du – und überall ist Licht.

Ist es nicht das, wie man sagt,

wofür es sich zu leben lohnt?

                              – scheinbar nicht.

 

Denn in allem die Gewissheit

der Illusion

Und dahinter die Angst, dass es nie aufhört, niemals.

Aber auch das

kennen wir schon.

(2013)

Heute war der erste Sommertag dieses Jahres. Ich war allein draußen am See.

 

Wetter: angenehm

Hinweg: Rückenwind

Rückweg: Gegenwind

Strand & See: frisch & unverbraucht

Leute: angenehm unauffällig

Ins Wasser: nur kurz, da eiskalt

Sonne: ich habe Sonnencreme (1. Mal!)

Bücher: fesselnd

Träume: verwegen

(2007)

Lieber Wolf, was gäbe ich
für eine Stunde nur mit dir.
Ich offenbarte dir dafür
ein wenig mehr noch über mich.

 

Dein Sanftmut, deine lieben Worte,
die du in deiner Post verlierst,
sie schlagen mich stets neu in Bann.
Doch frage ich mich dann und wann
ob du auch wirklich existierst?

 

Wenn du mir dein Vertrauen gibst
und dich in meine Nähe wagst
dann könnt ich hören, was du sagst
und könnte sehen, wer du bist.

(2005)

Glücklich ist, wer nichts vermisst.

Ich habe weder Plan noch Ziel.

Von dem, was mir beschieden ist,

erwarte ich nicht viel.

 

Ich übe meinen Langmut

an allem, was geschieht.

Ich bin im Kämpfen gar nicht gut,

ich habe ein träges Gemüt.

 

Mein Ehrgeiz ist vergangen,

die Lasten sind zu schwer

um zum Erfolg zu gelangen.

Ich kämpfe heute nicht mehr.

 

Nur manchmal, wenn das Glück

der anderen mich streift,

dann wendet sich beinah mein Blick, dann meine ich zu spüren wie das Leben nach mir greift – –

 

(2005)

Ich glaubte auf den Grund zu sehen, wie jemand der dich kennt

dabei muss ich wohl ertrunken sein

denn warum sonst will in mir kein

Empfinden sein, wenn jemand deinen Namen nennt?

 

Einst wolltest du als großes Ideal mir scheinen.

Was von dir blieb, gibt wenig her

du fehlst mir nicht, dein Scheinbild zählt nicht mehr

und keine deiner Gesten spiegelt sich in meinen.

 

Es ist nicht einmal nötig, dich zu meiden.

Denn eins kann ich ganz sicher sagen:

In diesen ausgefüllten Tagen

wär dein Gesicht von andern kaum zu unterscheiden.

(2003)

In erstarrter Zeit,

wenn der Winter gekommen ist

und alle Farben weiß geworden sind;

wenn alles gesagt ist

und das letzte Wort geschrieben:

 

Dann denke ich an diesen Moment,

nach dem ich mich so sehr sehne

und der irgendwann kommen und für immer bleiben wird.

An diesen einfachen Moment,

der so wenig bedeutet und doch alles umfasst:

 

An das Gefühl, im feuchten Gras zu liegen,

das Prickeln der Frühlingssonne auf der Haut,

der Geruch der feuchten Erde,

das sanfte Zischen des Rasensprengers von irgendwoher.

 

Und mein einziger Gedanke dabei würde sein,

dass unser Kater schnurrend auf der warmen Terrasse liegt,

dass das Buch darauf wartet, gelesen zu werden

und dass der Sommer kommt und nichts ihn mehr aufhalten kann.

(2002)

10 Uhr 40, Mathestunde

und der Zach gibt keine Ruh.

Redet fusslig sich den Munde

von der hohen Mathekunde

und wir schauen ratlos zu.

 

 

Jedoch, nur beim ständigen Uhrenvergleichen

verstreicht solch eine Stunde nicht! –

Verklärt tun sich einzelne Blicke nun heben

auf rätselhafte, nie gesehne Zeichen! – und daneben

zeugen stumme Runen noch vom Wirtschaftsunterricht.

 

 

Um die elfte Stunde dann

– Zach geht in die Offensive! –

reißt auch den Letzten gnadenlos

aus des süßen Schlafes Tiefe.

Denn mit elfunddreißig Fragen

müssen wir uns demnächst plagen

und so gibt’s genügend Sorgen

bis zum nächsten Dienstagmorgen.

(2001)

 

…sie lässt sich gut alleine singen.

 

Und ist man als Solist zufrieden,

wird`s einem dennoch oft beschieden,

dass, ehe man sich`s recht versieht

in ein bescheidnes Lebenslied

sich eine zweite Stimme schleicht

die scheinbar keiner andern gleicht

 

und arglos lässt man sie klingen.

 

 

Doch irgendwann, ganz unvermittelt

wird man unsanft wachgerüttelt,

weil die Stimme plötzlich schweigt

denn man kriegt nun aufgezeigt

was man längst schon ahnen sollte

aber niemals einsehn wollte

 

Und man erschrickt, wie sich zumeist

der Gleichmut als sehr leicht erweist

und man verdächtig schnell vergisst!

Denn was man heute noch vermisst

das mag schon morgen nichtig sein,

weil es ja doch nur Trug und Schein

und schrecklich unerreichbar ist.

 

 

So ist das ja …

wir singen wieder

sehr bescheidne Lebenslieder

und wenn langsam mit der Zeit

irgendwas zu fehlen scheint

schleicht sich ins Alleinesein

eine zweite Stimme ein…

(2001)

Manchmal

brauchen die Worte

Jahre

bis aufs Papier.

 

Im Verborgenen sind sie sicherer.

Geschützt –

vor dem Licht,

dem Gelesenwerden,

dem Gesprochenwerden,

dem Gehörtwerden.

 

Doch jetzt

ist eine Zeit von Kommen und Gehen,

und die Dinge brauchen eine Gestalt

vielleicht im Wort,

in der verworrenen Welt,

in Irrsal und Wirrsal.

 

Abschied und Neubeginn

Trauer und Freude

Hoffnung und Verzweiflung

So dicht nebeneinander

und doch kaum greifbar.

 

Luftleerer Raum.

Fassungslos

greifen wir ins Leere – –

suchen jetzt die alten Worte

aus dem Verborgenen –

 

Halten das Papier bereit

Den luftleeren Raum

Die gebrochenen Herzen

Den verworrenen Geist

Die müden Seelen

 

Für die Gestalt der alten Worte

aus denen Vertrauen spricht.

Voller Hoffnung

dass sie noch ihren Weg zu uns finden

durch die verworrene Welt.

(2021)

Wieder lasse ich ihn zu –

denselben Fehler wie immer,

den sonst keiner macht.

                              Du…

 

Nicht jeder wird aus Fehlern klug.

Nüchterne Einsamkeit folgt.

Kennen wir uns nicht bereits

                              genug?

 

Alle klugen Gedanken sind schon besetzt

von den Anderen.

Mir bleiben nur die dummen.

               Aber die wärmen das Herz.

 

Tag um Tag, Woche um Woche, Jahr um Jahr gleiten mit ihnen fort.

Unbemerkt – und lassen nichts zurück als Leere.

Ich weiß –

               ich war schon früher dort.

 

Und trotzdem lasse ich ihn zu –

denselben Fehler wie immer,

den sonst keiner macht.

                              Du – und überall ist Licht.

Ist es nicht das, wie man sagt,

wofür es sich zu leben lohnt?

                              – scheinbar nicht.

 

Denn in allem die Gewissheit

der Illusion

Und dahinter die Angst, dass es nie aufhört, niemals.

Aber auch das

kennen wir schon.

(2013)

Heute

hat sich mein Herz geöffnet.

Ein kleines Stückweit nur

gerade so, dass ein kleiner Lichtschein hineinfällt.

Die Narbe ist noch frisch, mächtig und tief.

Sie ruft eine scharfe Warnung in meine Richtung.

 

Unwohles Gefühl im Bauch.

Behutsam schaue ich hinaus

den Schutzschild vor mir

gefasst auf Gefahr

jederzeit bereit zum Rückzug

oder Angriff.

 

Doch auf das hier war ich nicht vorbereitet.

 

Obacht.

Verwirrung.

 

Ich weiß nicht warum:

mein Griff um den Schild lockert sich.

Ich lasse ihn sinken

ein klein wenig nur

um deutlicher zu sehen.

 

Unbeholfen und sehr wachsam

wage ich unmerklich

den Ansatz eines Lächelns.

 

Und die Welt lächelt zurück.

(2013)

 

Es ist Feiertag.

Du hast mich eingeladen,

mit dir zu feiern.

 

Dieses Haus

ist ein besonderes Haus.

 

Ich bin als Gast etwas unbeholfen,

sehe mich um, lausche

und in allem

klafft ein Graben

zwischen dir und mir.

 

Schier unüberwindlich –

 

dabei möchte ich dir so gerne nahekommen,

nah bei dir sein

echte Nähe bei dir, mit dir…

 

Und du:

neben mir, auf der anderen Seite des Grabens

in Heimat gehüllt

zu Hause

 

Die Musik kommt und geht

verliert sich in Blumen und Bildern und Texten

 

Texte, Texte…

ob das meine Sprache ist? ich verstehe sie so schlecht –

 

Und du:

konzentriert,

jedes Wort aufsaugend,

Körper und Geist aufmerksam bis in die letzte Faser

erwartungsvoll, angespannt, stirnrunzelnd…

 

die Luft um uns ist so dicht, dass ich sie fast greifen kann –

und ich greife – greife –

 

einen Augenblick lang

begreife ich

 

einen Augenblick lang

leckt an mir die lodernde Flamme,

die in dir brennt

 

einen Augenblick lang

sind wir uns

unendlich nah –

 

einen Augenblick lang.

(2007)

Heute war der erste Sommertag dieses Jahres. Ich war allein draußen am See.

 

Wetter: angenehm

Hinweg: Rückenwind

Rückweg: Gegenwind

Strand & See: frisch & unverbraucht

Leute: angenehm unauffällig

Ins Wasser: nur kurz, da eiskalt

Sonne: ich habe Sonnencreme (1. Mal!)

Bücher: fesselnd

Träume: verwegen

(2007)

Lieber Wolf, was gäbe ich
für eine Stunde nur mit dir.
Ich offenbarte dir dafür
ein wenig mehr noch über mich.

 

Dein Sanftmut, deine lieben Worte,
die du in deiner Post verlierst,
sie schlagen mich stets neu in Bann.
Doch frage ich mich dann und wann
ob du auch wirklich existierst?

 

Wenn du mir dein Vertrauen gibst
und dich in meine Nähe wagst
dann könnt ich hören, was du sagst
und könnte sehen, wer du bist.

(2005)

Glücklich ist, wer nichts vermisst.

Ich habe weder Plan noch Ziel.

Von dem, was mir beschieden ist,

erwarte ich nicht viel.

 

Ich übe meinen Langmut

an allem, was geschieht.

Ich bin im Kämpfen gar nicht gut,

ich habe ein träges Gemüt.

 

Mein Ehrgeiz ist vergangen,

die Lasten sind zu schwer

um zum Erfolg zu gelangen.

Ich kämpfe heute nicht mehr.

 

Nur manchmal, wenn das Glück

der anderen mich streift,

dann wendet sich beinah mein Blick, dann meine ich zu spüren wie das Leben nach mir greift – –

 

(2005)

 

Ein unaufhaltsamer Fall reißt mich hinab.

Glatt sind die Wände des Abgrunds

und außerdem weit fort.

 

Mein verdrehtes Innenleben wringt meine Seele aus.

Nichts habe ich mehr unter Kontrolle, nichts.

Ich falle.

 

 

Wer ist da, der mich auffängt?

 

 

 

In Hass gehüllt

liebt es sich schwierig.

Ich falle noch immer.

 

 

 

 

 

Hilf mir

halt mich fest

 

 

 

 

 

 

 

 

doch nur keine Eile…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

denn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ich falle langsam

(2004)

Ich glaubte auf den Grund zu sehen, wie jemand der dich kennt

dabei muss ich wohl ertrunken sein

denn warum sonst will in mir kein

Empfinden sein, wenn jemand deinen Namen nennt?

 

Einst wolltest du als großes Ideal mir scheinen.

Was von dir blieb, gibt wenig her

du fehlst mir nicht, dein Scheinbild zählt nicht mehr

und keine deiner Gesten spiegelt sich in meinen.

 

Es ist nicht einmal nötig, dich zu meiden.

Denn eins kann ich ganz sicher sagen:

In diesen ausgefüllten Tagen

wär dein Gesicht von andern kaum zu unterscheiden.

(2003)

In erstarrter Zeit,

wenn der Winter gekommen ist

und alle Farben weiß geworden sind;

wenn alles gesagt ist

und das letzte Wort geschrieben:

 

Dann denke ich an diesen Moment,

nach dem ich mich so sehr sehne

und der irgendwann kommen und für immer bleiben wird.

An diesen einfachen Moment,

der so wenig bedeutet und doch alles umfasst:

 

An das Gefühl, im feuchten Gras zu liegen,

das Prickeln der Frühlingssonne auf der Haut,

der Geruch der feuchten Erde,

das sanfte Zischen des Rasensprengers von irgendwoher.

 

Und mein einziger Gedanke dabei würde sein,

dass unser Kater schnurrend auf der warmen Terrasse liegt,

dass das Buch darauf wartet, gelesen zu werden

und dass der Sommer kommt und nichts ihn mehr aufhalten kann.

(2002)

10 Uhr 40, Mathestunde

und der Zach gibt keine Ruh.

Redet fusslig sich den Munde

von der hohen Mathekunde

und wir schauen ratlos zu.

 

 

Jedoch, nur beim ständigen Uhrenvergleichen

verstreicht solch eine Stunde nicht! –

Verklärt tun sich einzelne Blicke nun heben

auf rätselhafte, nie gesehne Zeichen! – und daneben

zeugen stumme Runen noch vom Wirtschaftsunterricht.

 

 

Um die elfte Stunde dann

– Zach geht in die Offensive! –

reißt auch den Letzten gnadenlos

aus des süßen Schlafes Tiefe.

Denn mit elfunddreißig Fragen

müssen wir uns demnächst plagen

und so gibt’s genügend Sorgen

bis zum nächsten Dienstagmorgen.

(2001)

 

…sie lässt sich gut alleine singen.

 

Und ist man als Solist zufrieden,

wird`s einem dennoch oft beschieden,

dass, ehe man sich`s recht versieht

in ein bescheidnes Lebenslied

sich eine zweite Stimme schleicht

die scheinbar keiner andern gleicht

 

und arglos lässt man sie klingen.

 

 

Doch irgendwann, ganz unvermittelt

wird man unsanft wachgerüttelt,

weil die Stimme plötzlich schweigt

denn man kriegt nun aufgezeigt

was man längst schon ahnen sollte

aber niemals einsehn wollte

 

Und man erschrickt, wie sich zumeist

der Gleichmut als sehr leicht erweist

und man verdächtig schnell vergisst!

Denn was man heute noch vermisst

das mag schon morgen nichtig sein,

weil es ja doch nur Trug und Schein

und schrecklich unerreichbar ist.

 

 

So ist das ja …

wir singen wieder

sehr bescheidne Lebenslieder

und wenn langsam mit der Zeit

irgendwas zu fehlen scheint

schleicht sich ins Alleinesein

eine zweite Stimme ein…

(2001)